Die Irren-Offensive Nr. 2
Zeitschrift von Ver-rückten gegen Psychiatrie
Nr. 14 (2009)
Nr. 13 (2006)
Nr. 12 (2004)
Nr. 11 (2003)
Nr. 10 (2002)
Nr. 9 (2000)
Nr. 8 (1999)
Nr. 7 (1998)
Nr. 6 (1996)
Nr. 5 (1993)
Nr. 4 (1991)
Nr. 3 (1987)
Nr. 1 (1981)
 

Die Irren-Offensive Nr. 2

Inhaltsverzeichnis:
PDF Dateien - mehrere Artikel gruppiert
Vorwort
Die Dame in der Schachtel
Ein Spaziergang im Wahnsinn
Herzberge
Sylvia September

Das Land der Menschen mit der Seele suchen
Kozmic Blues
Das Spiel ist nicht aus, das Spiel geht weiter
'Einsicht' in die 'Krankheit'

30 Sekunden Zeitaufwand - Ruhe für immer
Gerhard ist tot
Schizophren, na und?

50 Jahre Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses
Angst
Warum?
Das Ver-rücktenhaus - ein Traum I?
Das Ver-rücktenhaus - ein Traum II + III?
Louisa Lawson House
Gedanken nach der Depression

Ein Ver-rückter an der Uni
Psycho-Drogen: Ein psychiatrischer Massenmord?

Offener Brief an die AG SPAK
Nacht
Liebe ist mehr als ein Wort

Aus einem Leben. Interview mit Werner Fuß
Rechtshilfe-Broschüre

Großes Preisausschreiben
Friede den Ver-riickten
Rezension: Gebrauchsanleitung zum Selbstmord
Elektroschock per Volksabstimmung verboten

Leserbriefe
Wie bestelle ich die 'Irren-Offensive'
Ankündigung: Tina Stöckle, "Die Irren-Offensive"


Liebe Leserin, lieber Leser!

Es hat lange gedauert, bis nun endlich die zweite Nummer der "Irren-Offensive" erschienen ist. Wir leben - wie Ihr seht - immer noch. Die Redaktionsgruppe der Irren-Offensive hat sich vergrößert, allerdings sind wir als Selbsthilfeorganisation personell nicht stark angewachsen: Das liegt anscheinend daran, daß es wenig Verrückte gibt, die die Möglichkeit haben, offensiv zu werden und die in der Lage sind, sich auch in die Gemeinschaft einzuordnen. Unser "harter Kern" ist jedoch geblieben; optimistisch sprießt er weiter. Hin und wieder kommt ein Mensch, der von der Psychiatrie noch nicht völlig zerstört wurde, hinzu und bringt neue Ideen, neue Impulse und neue Energie in die Irren-Offensive ein.

Zu unserer ersten Nummer: Sie ist sehr gut aufgenommen worden; von Betroffenen haben wir ausnahmslos positive Zuschriften erhalten, darüber haben wir uns sehr gefreut. Wir bedanken uns an dieser Stelle herzlich für die vielen Briefe und Karten, für Spenden und Anregungen.
Wir haben noch einen begrenzten Vorrat des ersten Heftes, das nachbestellt werden darf.
Leider ist in der Zeit, als wir unseren Treffpunkt im besetzten Haus Bülowstraße 54 hatten, viel Post verloren gegangen. Deshalb konnten viele Briefe oder Zeitungsbestellungen nicht beantwortet bzw. zugestellt werden. Hausbesetzer und teilweise sogar eigene Leute der Irren-Offensive gingen schlampig mit der Post um; einige Male wurde in unserem Treffpunkt eingebrochen und die Einrichtung zerstört. Und nicht zuletzt ist bekannt, daß die Post selbst Briefe in besetzte Häuser "zufällig" äußerst nachlässig zustellte. Da wir nun Ende Januar 83 geräumt wurden und als Irren-Offensive faktisch auf der Straße stehen, hat sich eine andere Lösung des Postproblems ergeben: Wir haben jetzt eine Postlagerkarte; das heißt, daß wir beim Postamt diejenigen Briefe abholen können, die dort unter unserer Nummer eingehen:
Irren-Offensive, Postlagerkarte 7420 B, 1000 Berlin 62 Was die neue Nummer angeht, so bitten wir Euch, uns zu schreiben, was Euch gefallen bzw. nicht gefallen hat. Ihr könnt auch für die nächste Nummer Beiträge schicken; eine andere Form der Unterstützung sind Geldspenden, die wir in jeder Höhe brauchen können. Die Irren-Offensive ist inzwischen ein vom Finanzamt anerkannter gemeinnütziger Verein, so daß wir steuerabzugsfähige Spendenbescheinigungen ausstellen könnnen. Auch für Informationen aller Art sind wir dankbar: über neue psychiatrische Drogenexperimente, über die Entwicklung der Zustände in den Anstalten, über neue Formen gemeindepsychiatrischer Ausspitzelung, über neue Formen der Sklaverei ("beschützte Arbeitsstätten") - letztlich über alle Formen psychiatrischen Terrors. Eine besonders schöne Form der Unterstützung wäre, wenn Ihr, besonders im bundesdeutschen, schweizerischen und österreichischen Raum, in Buchhandlungen geht und fragt, ob diese sich nicht am Verkauf der "Irren-Offensiven" beteiligen wollen. Auch gewerkschaftliche, demokratische, sozialistische, christliche, Friedens-, Umweltschutz-, Frauen-, Männer-, Altengruppen usw. usf., die Büchertische machen, kommen als mögliche Wiederverkäufer der Irren-Offensive in Frage. Je schneller die Zeitschrift "weggeht", desto eher sind wir in der Lage, eine neue Nummer zu produzieren.



Impressum (Druckausgabe)
Herausgeber: Die Irren-Offensive Autonome Selbsthilfe-Organisation von Psychiatrie-Opfern, Berlin 1983 Redaktion: Die Irren-Offensive Satz: Oberbaum-Verlag, Berlin Druck: Baucke, Color-Druck GmbH, Berlin Layout: Die Irren-Offensive Auflage: 10000 Titelbüd: Waltraud V.i.S.d.P.: Heinz Klust
Alle Texte sind verfaßt von Mitgliedern der Irren-Offensive, mit Ausnahme von "Die Dame in der Schachtel" von dem Psychiater Thomas S. Szasz und vom .Louisa Lawson House'-Artikel.
Copyright: Irren-Offensive e.V.



EIGENTUMSVORBEHALT
Diese Zeltschrift ist solange unser Eigentum , bis sie dem In der Anschrift genannten Empfänger persönlich ausgehändigt Ist. 'Zurhabenahme' Ist keine persönliche Aushändigung Im Sinne dieses Vorbehalts. Wird die Zeltschrift dem Insassen einer Anstalt nicht persönlich ausgehandig,! ist sie dem Absender mit dem Grund der Nichtaushändigung zurückzusenden. Wird die Zeltschrift dem Insassen nur teilweise persönlich ausgehändigt, so sind die nicht ausgehändigten Teile dem Absender mit dem Grund der Nichtaushändigung zurückzusenden.

Wir rufen alle auf, Mitarbeiter in psychiatrischen Anstalten, Psychiater, "Pfleger", "Schwestern", Angehörige, und insbesondere Euch Opfer psychiatrischer Gewalttätigkeit, offen oder heimlich daran mitzuwirken, daß die menschenunwürdige Psychiatrie zerschlagen und daß der Weg in den gemeindepsychiatrischen Überwachungsstaat gestoppt wird, daß Menschen nicht mehr wie (Schlacht-) Vieh gehalten, mit Nervengiften abgespritzt, mit elektrischem Strom gefoltert oder auf andere barbarische Weise ihrer Freiheit und Würde beraubt werden.
Berlin-West. April 1983 Die Redaktionsgruppe der Irren-Offensive

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